Unter welchem Trainer gab es in der zurückliegenden Saison die meisten Verletzungen? Bei wem ging es verletzungsfrei zu? Und wie haben sich Trainerwechsel auf die “Verletzungsseuche” bestimmter Vereine ausgewirkt? Die große Verletzungsbilanz der Trainer in der Bundesliga-Saison 2016/17:

Grafik: Die Verletzungsbilanz der Trainer 2016/17. Kauczinski schneidet am besten, Skripnik am schlechtesten ab.

Fotos: Frings: Frank Schwichtenberg / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0) | Schubert: xtranews.de / Wikimedia Commons (CC BY 2.0) | Hecking: Jan Heimerl / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Wie das Ranking entsteht

Entscheidend sind wie immer die Verletzungstage, also Tage, die ein Spieler einem Verein aufgrund einer Verletzung fehlt. Diese sind umgerechnet auf die Arbeitszeit der Trainer – sodass am Ende ein vergleichbarer Wert der jeweils neu hinzu gekommenen Verletzungstage pro Amtsmonat steht.

Entscheidend für die Zuordnung zum jeweiligen Trainer ist der erste Verletzungstag, alle folgenden Verletzungstage werden dem Trainer zum Zeitpunkt der Verletzung zugeschrieben (d.h. bei Entlassung geht die “Hypothek” nicht an den neuen Trainer über, sondern die Verletzung wird komplett dem Vorgänger angerechnet).

Gewinner und Verlierer

Wie schon in der Tabelle der Vereine schneidet der FC Ingolstadt am besten ab: Beide Trainer, die die Schanzer diese Saison hatten, kommen auf sehr gute Werte. Wobei Markus Kauczinski mit 32,8 neuen Verletzungstagen pro Amtsmonat noch ein bisschen besser abschneidet als Nachfolger Maik Walpurgis (34,8 Tage/Amtsmonat).

Verlierer der Saison ist Bremens Ex-Trainer Viktor Skripnik: Bei ihm kamen pro Amtsmonat 258,5 neue Verletzungstage aufs Konto dazu. Das ist nur ein bisschen besser als der bisherige Allzeit-Negativspitzenwert von Holger Stanislawski.

Wie wirken sich Trainerwechsel aus?

Bei Bremen zeigt sich auch, dass Trainerwechsel offenbar auch eine Auswirkung auf die Verletzungsbilanz haben könnte. Denn unter Alexander Nouri hat sich die Zahl der neuen Verletzungstage pro Monat fast halbiert.

Auch bei fast allen anderen Trainerwechseln ist die Zahl der Verletzungstage gesunken – oder zumindest einigermaßen gleich geblieben. Die Übersicht:

  • Skripnik → Nouri (Werder): 258,5 → 140,0
  • Schubert → Hecking (Gladbach): 245,9 → 94,7
  • Schmidt → Korkut (Leverkusen): 99,3 → 102,9
  • Schuster → Baum (Augsburg): 159,3 → 156,2
  • Hecking → Ismaël → Jonker (Wolfsburg): 186,7 → 159,7 → 127,0
  • Kauczinski → (Henke) → Walpurgis (Ingolstadt): 32,8 → (0,0) → 34,8
  • Meier → (Berndroth) → Frings (Darmstadt): 84,6 → (168,6) → 61,
  • Hier bleibt allerdings anzumerken, dass der Stichtag der 5. Juni ist. Schwerwiegendere Verletzungen, die noch nicht ausgeheilt sind, sind also noch nicht komplett, sondern nur mit den Verletzungstagen bis zum 5. Juni eingerechnet.

    Da dies eher Verletzungen zu späteren Saisonzeitpunkten betrifft, ist die Datengrundlage also leicht zugunsten der später eingestellten Trainer gebiased.